DAS Klimaschutzkonzept

der Genossenschaft Venner Energie eG
 

Bitte denken Sie an die Ihre vertragliche Verpflichtung:
1.2 Der Kunde deckt seinen Wärmebedarf für Raumheizung, Wassererwärmung und sonstige Zwecke (bestehende solarthermische Anlagen und Kaminöfen ausgenommen) aus dem Wärmeverteilnetz des Betreibers
Vielen Dank für Ihr Verständnis.


Wärmepreisbremse

Die Bundesregierung hat zur längerfristigen Abdämpfung der gestiegenen Energiekosten die Gas- und Wärmepreisbremse ab März 2023 auf den Weg gebracht. Privathaushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) werden damit bereits rückwirkend zum Januar 2023 entlastet. Die Gas-/Wärmepreisbremse galt bis Ende Dezember 2023 und ist nun ausgelaufen.
Kurz zusammengefasst funktionierte die Wärmepreisbremse wie folgt: Für 80 % des Verbrauchs übernimmt der Staat den Teil des Arbeitspreises, der über 9,5 ct/kWh (brutto) liegt, für den anderen Anteil zahlt man den mit seinem Energieversorger vertraglich vereinbarten Arbeitspreis. Der Staat gleicht dabei die Differenz zwischen den 9,5 ct/kWh und dem Arbeitspreis der Energieversorger aus. 
Ob kleiner oder großer Wärmeverbraucher, jeder profitiert dabei vom Energiesparen: Denn je weniger Wärme man verbraucht, desto geringer der Verbrauch, der über der staatlich festgelegten Preisbremse liegt und desto weniger zahlt man. Es lohnt sich also immer, den Wärmeverbrauch soweit zu reduzieren, um im Rahmen der staatlich bezahlten Wärmepreisbremse zu bleiben.

Kurz und knapp
Für 80 % Ihres im September 2022 prognostizierten Jahresverbrauchs haben Sie 9,5 ct/kWh (brutto) gezahlt.
Für jede darüber hinausgehende Kilowattstunde zahlen Sie den festgelegten Arbeitspreis Ihres Tarifs.

Mit dem Auslaufen der Wärmepreisbremse am 31.12.2023 werden für alle Mitglieder wieder die seit dem 01.08.2022 geltenden Preise gültig.

Wie schon bei der Dezemberhilfe mussten unsere Mitglieder sich nicht kümmern. Vorstand und Aufsichtsrat haben die notwendigen Schritte durchgeführt. 


Soforthilfe:

Mit dem Erdgas-Wärme-Soforthilfegesetz (EWSG) werden die vorgeschlagenen Entlastungen für Verbraucherinnen und Verbraucher umgesetzt. Dafür stellt der Bund die finanziellen Mittel zur Verfügung. Die Soforthilfe Dezember haben unsere Mitglieder automatisch erhalten. 

 Am 21.11.2022 haben wir den Antrag auf Soforthilfe aus dem Programm der Bundesregierung „Erdgas-Wärme-Soforthilfegesetz (EWSG)“ gestellt. Dem Antrag wurde stattgegeben.

 Damit ist für alle Mitglieder die Zahlung des Dezember-Abschlags entfallen. Sofern Sie am Bankeinzugsverfahren teilnehmen, müssen Sie nicht tätig werden. Wir buchen die Beträge nicht ab. Sollten Sie einen Dauerauftrag bei Ihrer Bank bestellt haben, setzen Sie diesen bitte für Dezember aus, um uns Rücküberweisungen zu ersparen.

In der kommenden Jahresendabrechnung haben wir selbstverständlich den Bundeszuschuss in entsprechender Höhe berücksichtigt. Dazu wurde gesonderte Zeile eingefügt, damit Sie sehen konnten, wie sich die Bundeshilfe bei Ihnen auswirkt.
Hinweisen müssen wir darauf, dass wir gesetzlich verpflichtet waren (§ 9 Absatz 5 EWSG), die jeweiligen Bezugsgrößen sowie Ihre eMail-Anschrift bzw. Telefonnummer mit anzugeben.

Über das genaue Verfahren haben wir in einem speziellen Rundbrief Mitte Dezember 2022 informiert.


Preisentwicklung - 01.08.2022

Im Rahmen einer außerordentlichen Generalversammlung der Venner Energie eG am 13.07.2022 wurde den anwesenden 60 Mitgliedern die aktuelle, dramatische Preisentwicklung beim Gaseinkauf dargestellt. Mit 56 Ja-Stimmen bei 4 Enthaltungen wurde der Wärmepreis zum 01.08.2022 auf 19,5 ct (netto) angehoben. Bereits zum 01.01.2022 musste der Preis auf 10,01 ct. erhöht werden.

Zum Hintergrund

Die Venner Energie eG stellt ihren Mitgliedern zu mehr als 25 % Wärme aus der industriellen Abwärme der Waffelfabrik Meyer zu Venne zur Verfügung. Eigentlich sollte hier ein Wert von mindestens 50 % erreicht werden. Nach wie vor gelingt es aber nicht, aus den von der Venner Energie eG eingebauten Wärmetauschern ausreichend Wärme zu erzeugen. Der Hersteller hat vertraglich einen Wert von 1.250 kW versprochen. Da dieser Wert bei weitem nicht erreicht wird, hat sich die Venner Energie eG in einem Klageverfahren beim Landgericht Osnabrück auf eine Gütevereinbarung geeinigt. 

Inzwischen erreichen wir regelmäßig einen Wert von 50 %, die angestoßenen Maßnahmen wirken deutlich! Dies wird sich auch bei der Preisentwicklung ab spätestens Sommer 2024 deutlich merkbar machen!


Dennoch:

Bis zur Umsetzung weiterer Maßnahmen muss die fehlende Wärme über die installierten Gasbrenner erzeugt werden. Ein inzwischen extrem teures Erzeugungsverfahren. 

Dabei ist festzustellen, dass die Waffelfabrik Meyer zu Venne ihre vertraglichen Verpflichtungen bisher immer erfüllt hat, auch in den CORONA-Jahren seit 2020 mit teilweise deutlichen Produktionseinschränkungen. 

Bei der Erhöhung zum 01.01.2022 ging es darum, den erst mit der Jahresentgeltabschlussrechnung 2020 festgestellten, erheblichen Nachzahlungsbedarf sowie die in 2021 erhöhten Gasbezugskosten abzudecken. Dies ist auch in den ersten drei Monaten 2022 gelungen. Mit dem Überfall von Russland auf die Ukraine ist dieser Gasbezugspreis teilweise mehr als verdreifacht worden. Somit konnte im weiteren weder der Zahlungsrückstand aus 2020/2021 getilgt werden noch die notwendigen Einnahmen so gesteigert werden, dass die Gasbezugskosten gedeckt wurden. Daher wurde die Erhöhung zum 01.08.2022 notwendig, um die Liquidität der Venner Energie eG zu erhalten. Wie die weitere Entwicklung aussieht, kann heute niemand vorhersagen. Der russische Überfall auf die Ukraine stellt uns alle vor erhebliche Veränderungen und deutlichen Kostensteigerungen, insbesondere im Bereich Strom, Gas und Mobilität.

Das Konzept

Die Abwärme, die beim Backen entsteht, wird mit Rohren nach oben abgeleitet. An dieser Stelle werden Wärmetauscher eingesetzt. In diesen Wärmetauschern wird Wasser durch die Abwärme erhitzt und durch Rohrleitungen zur Heizzentrale geleitet.

Wasser ist generell das Medium, mit dem die Wärme im Nahwärmenetz transportiert wird. Dazu wurde von der Heizzentrale am Darpvenner Weg ausgehend ein Rohrleitungsnetz unterirdisch verlegt, an das alle teilnehmenden Haushalte angeschlossen sind.

Wärmetauscher der Venner Energie eG in der Waffelfabrik Wärme- tauscher

Das Leitungsnetz ist als Kreislauf aufgebaut. Warmes Wasser wird über den Zulauf zu den Haushalten transportiert, dort werden Übergabestationen mit Wärmetauschern eingesetzt. Diese Stationen ersetzen die Brenner oder Thermen herkömmlicher Heizungsanlagen um zu heizen und Warmwasser zu erzeugen. Dabei erkaltet das Wasser im Wärmetauscher und fließt über den Rücklauf wieder zur Heizzentrale zurück.

Heizhaus der Venner Energie eG Heizhaus

In der Heizzentrale kann das Wasser für den Zulauf auf verschiedene Weise erhitzt werden. Hauptsächlich soll dies natürlich durch die ausgekoppelte Abwärme der Backstraßen erfolgen. Wenn die einmal nicht zur Verfügung steht, wird zunächst die Wärme genutzt, die in dem 1000m³ Pufferspeicher gespeichert ist. Erst wenn das auch nicht mehr ausreicht werden die  gasbetriebenen Spitzenlastkessel eingesetzt um die Wärme zu erzeugen.

Das komplette Nahwärmenetz ist zentral geregelt um die Wärme möglichst optimal zu erzeugen und zu verteilen.

Daten und Zahlen:

Anzahl der angeschlossenen Haushalte 174 Gebäude

144 Genossenschaftsmitglieder

Länge des Rohrleitungsnetzes ca. 10,5 km

ausgekoppelte Wärmemenge ca. 6,5 Mio. kW/h

Investitionssumme 4,5 Mio. €

Auszeichnungen-Außenwirkungen

Klima kommunal 2014

Ausgezeichnet als Leuchtturmprojekt mit einem Preisgeld von 3.000 €.

Der Wettbewerb "Klima kommunal 2014" wurde vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz und den niedersächsischen kommunalen Spitzenverbänden getragen und von der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen durchgeführt.

Von 44 Teilnehmerbeiträgen wurden 11 Projekte in 3 Kategorien ausgezeichnet.

Außenwirkungen

  • Das Projekt ist im Januar 2015 im Rahmen des Wettbewerbs „Niedersächsischer kommunaler Klimaschutzwettbewerb“ als „Leuchtturm-Projekt“ vom Umweltminister ausgezeichnet worden.
  • Im Februar 2015 hat der Landkreis Osnabrück in Venne eine Veranstaltung für Industrie und Kommunen durchgeführt, in dem die CO2-Reduzierung im Mittelpunkt stand. Unser Projekt wurde dort präsentiert und dient als Beispiel für PInA (Planungsportal für die Nutzung industrieller Abwärme).
  • Vorstellung des Projekts im März 2015 beim „Klima-Gipfel der Masterplan-Regionen“ in Rheine sowie 2016 in Georgsmarienhütte
  • „Abwärmenutzung in Kooperation von Unternehmen und Kommune“ in Schladen
  • Vorstellung bei der 2. Fachtagung BMUB „Klimaschutz“ in Berlin
  • Vorstellung beim Fachkongress „Energiewende lokal gestalten“ am 15.03.2017, Hannover
  • Vorstellung bei der Fachtagung „Bürgerenergie eine Chance für die Zukunft am 10.05.2017, Hannover
  • Exkursion zur Auftaktveranstaltung EU-Projekt COBEN im Landkreis Osnabrück (Gäste aus Belgien, Niederlande, Dänemark, Schottland und Norwegen)
  • Vorstellung am 19.08.2020 in Hennigsdorf beim Workshop „Abwärme – ein unerschlossenes Potenzial der Wärmewende?“ - Brandenburger Kontaktstelle für den energetischen Umbau im Quartier, im Auftrag des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg
  • Vorstellung am 13.07.2021 bei der Deutsche Umwelthilfe e.V. in Berlin (digital) mit dem Thema "Abwärme als klimaneutrale Alternative"
  • Besuche von politischen Vertretungen aus den Nachbargemeinden
  • Besuche von Europaparlaments-, Bundestags- und Landtagsabgeordneten
  • Besuch einer Delegation im Rahmen der Veranstaltung "German Japanese Expert Workshop on Waste Heat Utilization" im März 2023