DAS Klimaschutzkonzept

der Genossenschaft Venner Energie eG
 

AKTUELLE Preisentwicklung - 01.08.2022

Im Rahmen einer außerordentlichen Generalversammlung der Venner Energie eG am 13.07.2022 wurde den anwesenden 60 Mitgliedern die aktuelle, dramatische Preisentwicklung beim Gaseinkauf dargestellt. Mit 56 Ja-Stimmen bei 4 Enthaltungen wurde der Wärmepreis zum 01.08.2022 auf 19,5 ct (netto) angehoben. Bereits zum 01.01.2022 musste der Preis auf 10,01 ct. erhöht werden.

Zum Hintergrund

Die Venner Energie eG stellt ihren Mitgliedern zu mehr als 25 % Wärme aus der industriellen Abwärme der Waffelfabrik Meyer zu Venne zur Verfügung. Eigentlich sollte hier ein Wert von mindestens 75 % erreicht werden. Nach wie vor gelingt es aber nicht, aus den von der Venner Energie eG eingebauten Wärmetauschern ausreichend Wärme zu erzeugen. Der Hersteller hat vertraglich einen Wert von 1.200 kW versprochen. Da dieser Wert bei weitem nicht erreicht wird, befindet sich die Venner Energie eG in einem Klageverfahren beim Landgericht Osnabrück (aktuell im Gütegerichtsverfahren). So muss die fehlende Wärme über die installierten Gasbrenner erzeugt werden. Ein inzwischen extrem teures Erzeugungsverfahren. 

Dabei ist festzustellen, dass die Waffelfabrik Meyer zu Venne ihre vertraglichen Verpflichtungen bisher immer erfüllt hat, auch in den CORONA-Jahren seit 2020 mit teilweise deutlichen Produktionseinschränkungen. 

Bei der Erhöhung zum 01.01.2022 ging es darum, den erst mit der Jahresentgeltabschlussrechnung 2020 festgestellten, erheblichen Nachzahlungsbedarf sowie die in 2021 erhöhten Gasbezugskosten abzudecken. Dies ist auch in den ersten drei Monaten 2022 gelungen. Mit dem Überfall von Russland auf die Ukraine ist dieser Gasbezugspreis teilweise mehr als verdreifacht worden. Somit konnte im weiteren weder der Zahlungsrückstand aus 2020/2021 getilgt werden noch die notwendigen Einnahmen so gesteigert werden, dass die Gasbezugskosten gedeckt wurden. Daher wurde die Erhöhung zum 01.08.2022 notwendig, um die Liquidität der Venner Energie eG zu erhalten. Wie die weitere Entwicklung aussieht, kann heute niemand vorhersagen. Der russische Überfall auf die Ukraine stellt uns alle vor erhebliche Veränderungen und deutlichen Kostensteigerungen, insbesondere im Bereich Strom, Gas und Mobilität.

Das Konzept

Die Abwärme, die beim Backen entsteht, wird mit Rohren nach oben abgeleitet. An dieser Stelle werden Wärmetauscher eingesetzt. In diesen Wärmetauschern wird Wasser durch die Abwärme erhitzt und durch Rohrleitungen zur Heizzentrale geleitet.

Wasser ist generell das Medium, mit dem die Wärme im Nahwärmenetz transportiert wird. Dazu wurde von der Heizzentrale am Darpvenner Weg ausgehend ein Rohrleitungsnetz unterirdisch verlegt, an das alle teilnehmenden Haushalte angeschlossen sind.

Wärmetauscher der Venner Energie eG in der WaffelfabrikWärme- tauscher

Das Leitungsnetz ist als Kreislauf aufgebaut. Warmes Wasser wird über den Zulauf zu den Haushalten transportiert, dort werden Übergabestationen mit Wärmetauschern eingesetzt. Diese Stationen ersetzen die Brenner oder Thermen herkömmlicher Heizungsanlagen um zu heizen und Warmwasser zu erzeugen. Dabei erkaltet das Wasser im Wärmetauscher und fließt über den Rücklauf wieder zur Heizzentrale zurück.

Heizhaus der Venner Energie eGHeizhaus

In der Heizzentrale kann das Wasser für den Zulauf auf verschiedene Weise erhitzt werden. Hauptsächlich soll dies natürlich durch die ausgekoppelte Abwärme der Backstraßen erfolgen. Wenn die einmal nicht zur Verfügung steht, wird zunächst die Wärme genutzt, die in dem 1000m³ Pufferspeicher gespeichert ist. Erst wenn das auch nicht mehr ausreicht werden die  gasbetriebenen Spitzenlastkessel eingesetzt um die Wärme zu erzeugen.

Das komplette Nahwärmenetz ist zentral geregelt um die Wärme möglichst optimal zu erzeugen und zu verteilen.

Daten und Zahlen:

Anzahl der angeschlossenen Haushalte 174 Gebäude

144 Genossenschaftsmitglieder

Länge des Rohrleitungsnetzes ca. 10,5 km

ausgekoppelte Wärmemenge ca. 6,5 Mio. kW/h

Investitionssumme 4,5 Mio. €

Auszeichnungen-Außenwirkungen

Klima kommunal 2014

Ausgezeichnet als Leuchtturmprojekt mit einem Preisgeld von 3.000 €.

Der Wettbewerb "Klima kommunal 2014" wurde vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz und den niedersächsischen kommunalen Spitzenverbänden getragen und von der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen durchgeführt.

Von 44 Teilnehmerbeiträgen wurden 11 Projekte in 3 Kategorien ausgezeichnet.

Außenwirkungen

  • Das Projekt ist im Januar 2015 im Rahmen des Wettbewerbs „Niedersächsischer kommunaler Klimaschutzwettbewerb“ als „Leuchtturm-Projekt“ vom Umweltminister ausgezeichnet worden.
  • Im Februar 2015 hat der Landkreis Osnabrück in Venne eine Veranstaltung für Industrie und Kommunen durchgeführt, in dem die CO2-Reduzierung im Mittelpunkt stand. Unser Projekt wurde dort präsentiert und dient als Beispiel für PInA (Planungsportal für die Nutzung industrieller Abwärme).
  • Vorstellung des Projekts im März 2015 beim „Klima-Gipfel der Masterplan-Regionen“ in Rheine sowie 2016 in Georgsmarienhütte
  • „Abwärmenutzung in Kooperation von Unternehmen und Kommune“ in Schladen
  • Vorstellung bei der 2. Fachtagung BMUB „Klimaschutz“ in Berlin
  • Vorstellung beim Fachkongress „Energiewende lokal gestalten“ am 15.03.2017, Hannover
  • Vorstellung bei der Fachtagung „Bürgerenergie eine Chance für die Zukunft am 10.05.2017, Hannover
  • Exkursion zur Auftaktveranstaltung EU-Projekt COBEN im Landkreis Osnabrück (Gäste aus Belgien, Niederlande, Dänemark, Schottland und Norwegen)
  • Vorstellung am 19.08.2020 in Hennigsdorf beim Workshop „Abwärme – ein unerschlossenes Potenzial der Wärmewende?“ - Brandenburger Kontaktstelle für den energetischen Umbau im Quartier, im Auftrag des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg
  • Vorstellung am 13.07.2021 bei der Deutsche Umwelthilfe e.V. in Berlin (digital) mit dem Thema "Abwärme als klimaneutrale Alternative"
  • Besuche von politischen Vertretungen aus den Nachbargemeinden
  • Besuche von Europaparlaments-, Bundestags- und Landtagsabgeordneten